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Schwätzereck: Schatzsuche

Wie oft nutzen wir das Internet um alte Bekannte, ehemalige Kollegen oder eine lang verflossene Liebe zu finden?
Wir möchten machen, was sie heute tun, wie es ihnen geht, wo sie sind oder wie sie aussehen, nach all der Zeit.
Im Zeitalter von Facebook, WkW, lokalisten, Google, usw. ein ganz normales Vorgehen.
Es fällt einem ein Name ein und man schaut mal schnell.
Dann kommen Erinnerungen hoch und eigene Vorstellungen über sie oder ihn.
Interessanter Weise überwiegen bei mir immer die positiven Aspekte.
Doch dann kommt der Moment, wo man jemanden findet und eigentlich immer überrascht wird.
Vielleicht war die berufliche Entwicklung anders, als es damals aussah.
Die Person sieht gar nicht mehr so hübsch aus wie früher oder jetzt sogar interessanter und schöner. (In amerikanischen Talkshows gern genommen: das Mauerblümchen, dass jetzt, nach 100 Ops, aussieht wie der Männertraumaus einem XXX-Film oder der dicke PC-Nerd, der jetzt Modellmaße hat und wie aus einer Parfum-Werbung entstiegen scheint…).
Oder der Freund oder die Freundin, der immer unglücklich war und endlich seine große Liebe gefunden hat, vielleicht sogar endlich den Mut gefunden hat, seine Homosexualität zu Leben, das ihm früher sein Umfeld so schwer gemacht hat und er oder sie endlich glücklich ist.
Oder auch der oder die Ex, die jetzt Supermanager sind… nein, Blödsinn. ;o)

Und wenn man dann noch die Courage aufbringt in Kontakt zu treten, gehen die Überraschungen weiter. Vielleicht ist er oder sie jetzt ganz anders. Im Positiven wie negativen Sinne. Vielleicht ist der oberflächliche Typ, der er damals mit 17 war, offen und herzlich. Oder aber die beste Freundin ist plötzlich eine Superzicke.

Auf jeden Fall ermöglicht uns das “böse” Internet viele Möglichkeiten, alte Kontakte wieder zu beleben und vielleicht das eine oder andere Juwel aus zu graben.

Mir geht es immer so. Ich finde es schön, wieder mal jemanden zu “treffen”, den ich lange nicht gesehen habe. So erfährt man hautnah, wie sehr uns das Leben verändert. Wie wir Teil des Universums und des Gesetzes von Ursache und Wirkung sind.
Nichts bleibt spurlos.

Ähnlich wie der Mond. Als er von der Oberfläche der Erde ab gesprengt wurde war er ein unförmiges Stück. Heute ist er zwar rundgeschliffen aber voller Krater. Und jedes Mal, wenn wir ihn sehen sollten wir uns darüber freuen.

Schwätzereck: Warteschleife

Warteschleife!
Kennt ihr dieses Gefühl?
Ihr wollt loslegen,könnt aber nicht, weil die Vorraussetzungen fehlen und ihr es nicht beeinflussen könnt.
Trotzdem sind drehen sich eure Gedanken nur um ein Thema.
Sobald ihr etwas anderes machen wollt geht es in die Hose.
Brettchenweben…. sofort Fehler drin…. In die Ecke gefeuert….
Schon ist man noch genervter und gammelt nur rum.
Das verstärkt das Gefühl nur noch mehr.

Warteschleife.

Ich denke das ist es, was Arbeitssuchende auf die Couch fesselt.
Denn wenn man zu lange dieses Gefühl hat wird man desillusioniert.
Was man anfasst geht schief. Ergo: man lässt es bleiben.
Rumhängen! Gammeln! Langeweile!

Warteschleife!

Warten darauf, dass das Universum alles zu dreht, dass es passt.
Man hat selber alles geleistet und es geht nicht weiter.
Keine Chance selber zu ändern, selber zu fördern, selber zu kontrollieren,

Warteschleife!

Ohnmacht!

Desillusion!

Aufgabe!

Ein Teufelskreis!

Zum Glück ist es nur heute so.
Morgen sieht es anders aus in der Regel.
Aber was wenn mal nicht?

Wenn es nur die “Flemm” ist, wie die Saarländer sagen isses ja net schlimm.
Das geht rum. Aber sonst?

Wenn es sogar den Körper angreift, weil man so angespannt ist.
Wenn selbst Sitzen zur Kraftanstrengung wird.

Warteschleife!

Irgendwann muss man auflegen. Ansonsten verliert man sich.
Abermeistens wird abgenommen und es geht vorwärts.

Warteschleife!

Auch wenn es schwer ist:

Die Gelegenheit, mal zurück zu schalten und zu relaxen.
Aber das müssen wir lernen.

Schwätzereck: Der Smoking

Der Smoking wurde erfunden als Herrenjacket, dass man nach einem Diner überzog und gemeinsam mit anderen Herren in ein sog. Raucherzimmer ging. Er sollte den eigentlichen Anzug schützen, so dass dieser nicht den Geruch des Tabakrauches an nahm. Der Gentleman tat dies, da er den Damen, die in der Regel zu dieser Zeit nicht rauchten, einen Gefallen wollte um diese nicht zu belästigen. Nach dem Rauchen im Rauchersalon, zog man das Smoking-Jacket wieder aus, gesellte sich wieder zu den nichtrauchenden Gästen. Ein Paradebeispiel für Rücksicht und gegenseitigen Respekt.

Einen Smoking brauchen wir heute eigentlich nicht mehr. Deshalb nennen wir das ganze jetzt ja auch den kleinen Abendanzug. Seit gestern ist er sowieso überfällig, da es ja auch keine Rauchersalons mehr gibt. Moment, wollen wir genau sein: Bis 31.7.2010, 24 Uhr darf er noch getragen werden.

Na gut, auch danach noch. Halt draußen. Einen gewissen Stil sollte man sich schon bewahren, wenn man in Zukunft auf der Strasse steht und sich eine Zigarette anzündet. Aber bitte nicht so laut, denn Sie wissen ja: Die Nachbarn stört es, wenn man zu laut ist. Wussten Sie, dass ein Hund maximal 30 Minuten am Tag bellen darf? Alles darüber muss abgestellt werden, sagt ein Urteil.

Zum Glück dürfen wir uns noch betrinken. Ja, es ist zwar nicht schön, dass die Kinder jetzt schon Abends betrunken auf der Strasse rum torkeln oder der Eine oder die Andere auch mal ‘ne Alkoholvergiftung hat Aber, Hej…. wir waren doch auch nicht anders. Das gehört doch dazu zum Erwachsenwerden. Nur Rauche, also Rauchen dürfen die Jugendlichen erst mit 18. Sagt das Gesetz. Unter Aufsicht eines Erwachsenen geht schon mal das eine oder andere Bier ab 14. Sagt das Gesetzt!
Aber da wird ja auch keiner belästigt. Iss ja auch lustig, wie die kleine 14 jährige kichernd mit glasigem Blick auf des Nachbarn Schoss hockt und an seinem Bier trinkt.

Machen Sie doch mal bitte einen Test:

Gehen Sie mal in eine Kneipe und stecken Sie Sich eine Zigarette an. Ohhh, welch ein Aufschrei.. “Raus, Raucher stinken und ich krieg Krebs vom Passivrauchen.”

Und nun:

Gehen Sie mal in eine Kneipe und bestellen Sie Sich ein alkoholfreies Bier!
Ohhh, welch ein Aufschrei.. “Wie bist du denn drauf? Trinkst nicht mal mehr nen Schoppen. Spinnst du jetzt? Komm ein Bier geht doch”

Vielleicht sollten wir uns jetzt statt eines Smokings einen Drinker zulegen.