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Mehr als nur ein roter Faden in der Keltenwelt am Glauberg

Das neue Keltenmuseum am Glauberg nimmt immer konkretere Formen an. Nach dem in diesem Sommer die Bauarbeiten am Gebäude und der neuen Kreisstrasse weitestgehend abgeschlossen wurden, beschäftigt sicht jetzt das neue Team des Museum mit der Umsetzung des Ausstellungskonzeptes und den Innenausbauten der Museumsräume. Die „Keltenwelt am Glauberg“ ist Teil, des Dezentralen Archäologischen Landesmuseums. Mit dem Bau des Museums wird ein weiterer Abschnitt des Konzepts hessenArchäologie21 umgesetzt.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Denkmalpflege und Kulturgeschichte“ stellt Katharina von Kurzinsky die Entwicklung des Museumsbaus von der ersten Erwähnung 2006, dem Verlauf der Planung und der Baumaßnahmen sowie das geplante Konzept der Ausstellung vor.
Vor der Konzeptionierung standen grundlegende Gedanken, wie man den Besuchern die Geschichte des Keltischen Glaubergs im Kontext der gesamteuropäischen Entwicklung darstellen könne; wie man es ihnen ermögliche, eine Beziehung der keltischen Lebenswelt zu ihrer modernen Lebensweise herzustellen; wie archäologische und wissenschaftliche Fragestellungen verständlich dargestellte werden könnten. Aus diesen Überlegungen entwickelte sich die Idee, die Besucher anhand verschiedener „gedachter Fäden“ durch die Ausstellung zu leiten, ganz nach dem Vorbild des „roten Fadens“, den es nicht zu verlieren gälte.
Die verschiedenen Rundgänge ermöglichten es den Besuchern mit Hilfe dieses Konzeptes unter vier verschiedenen Blickwinkeln die Ausstellung zu erfahren. Jeder Blickwinkel folge also einem farbigen Faden.
Der „rote Faden“ führe zu den Funden vom Glauberg sowie zu Wissenswertem über die Kelten und ihre Zeit. Der zweite, der „blaue Faden“ steht im Zeichen der wissenschaftlichen Erkenntnis. Neben aktuellen Fragstellungen könnten die Besucher selbst zu Entdeckern werden. Der „grüne Faden“ stelle die Verbindung zur Gegenwart her. Er führe unter anderem in die Bereiche der Jenseitsvorstellungen, ethischen Zugehörigkeiten und politischen Dimensionen der Forschung. Den Abschluss bilde der „gelbe Faden“. Auf diesem folgen die Besucher der Geschichte eines fiktiven Honighändlers, dargestellt durch einen Comic, in der Zeit der Keltenfürsten, also dem 5. Jahrhundert vor Christus. Diese Geschichte entführe die Menschen anhand von Szenen und Details in die Welt vor 2500 Jahren. Hier wurde nach „bestem Wissen und Gewissen“ rekonstruiert ohne aber das Bewusstsein zu verlieren, dass es „Menschen des Jahres 2010“ entworfen hätten.
Aus diesem Grundkonzept sei im Rahmen eines Wettbewerbes, ähnlich dem zur Gestaltung des Museumsgebäudes, eine dreidimensionale Ausstellungskonzeption entwickelt worden. Kern dieses sei ein Mobiliar, das von aufeinanderliegenden Erdschichten inspiriert sei. In dieses seinen die Vitrinen und Installationen integriert und sie böten die Möglichkeit als Raum schaffende Elemente oder Sitzgelegenheit zu dienen.
Die gesamte Ausstellung würde auf einer Ebene präsentiert. Aus dem Foyer würden die Besucher durch einen „Einstimmungsgang“ mit Klanginstallation in den Kernbereich der 500m² großen Ausstellungsfläche geführt. Dort böten sich dann die verschiedenen Möglichkeiten, die Ausstellung zu erleben. Im Zentrum stünde die Statue des Fürsten. Durch eine Trennwand abgeschirmt könnten die Besucher den einzigartigen Blick durch das Panoramafenster auf die archäologischen und rekonstruierten Fundstellen werfen. Ein abschließender Gang führe die Besucher mit Bildern von „keltischen Aspekten“ wieder in die Moderne zurück.
Auch für die Außenanlagen der „Keltenwelt am Glauberg“ gibt es bereits erste Ideen. So solle ein Teil der Bodendenkmäler, wie ein Abschnitt der eisenzeitlichen Befestigungsanlage, rekonstruiert werden. An verschiedenen Stationen solle den Besuchern der Blick in die Vergangenheit ermöglicht werden und auch die mittelalterlichen Funde sollen hervorgehoben werden. Das Konzept für einen Keltengarten, einen „Heiligen Hain“ und einen „Skulpturen-Irrgarten“ sei bereits fertig gestellt.
Frau von Kurzinsky zeigt in vielen Details, wie sich die neue „Keltenwelt am Glauberg“ entwickelt. Gemeinsam mit dem Team der Forschungsstation und der Museumspädagogik plane man die Eröffnung imFrühjahr2011.