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Kahnert liest….. “Der Roman”

“Der Roman – Planen -Schreiben -Veröffentlichen”

Autor: Arwed Vogel

Informationen zum Buch: “Allitera Verlag

Schreibratgeber gibt es ja wie Sand am Meer, meint man. Aus meiner Sicht hebt sich der Vorliegende von Arwed Vogel aber von einigen deutlich ab.

Vogel bietet eine sehr realistische Sicht auf die Arbeit eines Schriftstellers. Keine Verklärung in dem Sinne wie: “Heute kann jeder ein Buch schreiben und wird damit reich.” Er beschreibt, dass Schreiben zum einen ein kreativer Prozess und zum anderen harte Arbeit ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.

Im Ersten setzt sich der Autor mit dem Schreiben an sich auseinander. Aus seiner eigenen Erfahrung mit seinem Roman “Die Haut der Steine” setzt er sich mit dem Thema des “Warums” auseinander. Gerade für Neulinge oder “Hobbyisten” ist dieser Teil sehr motivierend. Nicht das Verlegt-Werden oder Geldverdienen soll die Motivation sein, sondern der eigene Wunsch, eine Geschichte zu erzählen und sich mit Sprache auseinander zu setzen.
Er geht kritisch mit Regeln und Methoden zum Schreiben um, die die meisten Ratgeber postulieren und hilft dem Leser, sich mit seiner Welt und dem eigenen Ich zu beschäftigen. Aus Vogels Sicht wirkt sich dieses stark auf den geschrieben Roman aus.

Im zweiten Teil geht es um das Handwerk des Schreibens. Mit zahlreichen Beispielen aus seinem Schaffen oder Erfahrungen anderer Autoren schildert Vogel, den Weg zum Manuskript. Wer an einem seiner Workshops teilgenommen hat, wird hier zahlreiche Techniken finden, die er dort anschaulich vermittelt. Er unter anderem auf die Themen Figurenentwicklung und Dramaturgie ein. Mich persönlich hat Vogels These der “Kerngeschichte” besonders inspiriert. So fände sich in allem Geschrieben stets die Geschichte des eigenen Lebens wieder und nur dann wird ein Schriftsteller authentisch.

Teil 3 schließt das Buch mit einer Betrachtung  der Arbeitswelt eines Schriftstellers ab. Ich finde besonders das Kapitel über das Zeitmanagement bietet Schreibern, die sich jede Minute ihres “Restlebens” abknapsen müssen, Anregungen, wie es zu schaffen sit, einen Roman zu Ende zu bringen. Während andere Schreibratgeber das Thema Publishing intensiv “ausschlachten” gibt Vogel nur knappe aber sinnvolle Tipps, sich dem Thema zu nähern. Dies basiert auf dem Gesamtkonzept des Buches, dass es um das Schreiben als Prozess geht und nicht um das Ziel ein Buch zu verkaufen.

Zusammenfassend kann ich sagen, Arwed Vogel ist ein interessantes Buch gelungen, das ich nicht zu den klassischen “Ratgebern” zählen möchte. Es bietet Anregungen, über sein eigenes Schaffen nachzudenken und einige Tipps von ihm umzusetzen. Seine Vorschläge, wie man seine Zeit einteilen kann und welche Techniken man anwendet, helfen Schreiberlingen dabei, die eigene Arbeit zu reflektieren und weiter zu bringen.

Ich persönlich konnte Vogels Ansatz zum Schreiben schon erfolgreich anwenden und schreibe, seit ich “Der Roman” las, durchaus bewusster und mit weniger Stress, da es mir den Druck genommen hat. Es hat mir gezeigt, dass auch andere Autoren oft mit den Unwägbarkeiten des “normalen Lebens” dem der Beruf Schreiben hadern.

Bevor man also viel Geld für Bücher ausgibt, die einem ein schnelles Ergebnis und viel Geld mit dem Schreiben eines Romans versprechen, sollte man sich dieses Buch besorgen und bewusst lesen.

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Arwed Vogel: Der Roman

Buch auf der Verlagsseite: Allitera Verlag

Verlag: Allitera; Auflage: 1.
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869066776
ISBN-13: 978-3869066776
Paberback: 176 Seiten

Der Rauchende Spiegel

Heute lag etwas ganz besonderes in meinem Briefkasten: ein Buch.

Was an einem Buch besonders ist? Es ist der neue Indiana Jones Roman: Der rauchende Spiegel.

Was an einem Indiana Jones Roman besonderes ist?

Es gibt ihn eigentlich nicht.

So, genug der Rätsel. “Der rauchende Spiegel” ist ein sogenannter Fan-Fiction-Roman.

Robert Andersen ist von Kindesbeinen an ein großer Fan der Indiana Jones Filme und hat sich aufgemacht, ein Buch zu schreiben, dass mehr einem Film gleicht, als es die offiziellen Romane der Serie tun.

Eigentlich gibt es den “rauchenden Spiegel” nur als eBook zum Download.

Der Autor hat allerdings ein paar seltene Exemplare als “echtes” Buch drucken lassen. Diese wurden auf seiner Facebook Wall verlost:

https://www.facebook.com/thesmokingmirror

Uuuuund.. ich bin einer der glücklichen Gewinner.

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Ich darf das Buch jetzt also fühlen, hören, riechen und schmecken. O.k. letzteres nicht. Aber bei einem guten Glas Whisky, einer Havanna mir den Hut in den Nacken schieben und die wahre Haptik erleben. Ein Genuss für die Sinne.

Zudem hat mir Robert Andersen auch noch die Ehre einer Signatur gewidmet:

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Ganz besonderen Dank dafür.

Wer also das Buch erleben möchte, kann es sich kostenlos als epub herunterladen.

Mehr dazu auf https://www.facebook.com/thesmokingmirror

Ach ja und hier noch ein Schmankerl:

Kahnert liest… Weißbier im Blut

Bisher waren ja meine Rezensionen in der Regel sehr positiv, doch zu diesem Buch fällt mir das schwer. Ich hab es geliehen bekommen, so dass de finanzielle Schade gering ist.

Fasst man das Buch in einem Satz zusammen, so fällt einem nur ein:

Niederbayerische Polizisten sind bierseelige Deppen.

Die Heimatkrimiwelle bringt wirklich gute Literatur hervor. Doch dieses Buch ist eher das Noargerl dieser Welle, der abgestandene Rest. Der Hauptcharakter ist ein schwerer Alkoholiker, dessen Alkoholkonsum in jeder dritten Szene des Plots aufgelistet wird. Die Nebencharaktere werden als neidige, unorganisierte Beamte dargestellt und die Psychologin ist selber ein psychologisches Wrack. Das Klischee der Bayern als primär im Wirtshaus beheimatet wird voll ausgeschöpft.

Die Grundidee der Geschichte, eine Leiche wird gefunden, die Tatwaffe ein Mähdrescher lässt auf einiges hoffen, doch leider wartet man vergebens darauf, dass Spannung entsteht. Stattdessen treten die möglichen Verdächtigen, weite Todesfälle sowie die Tschechen-Russen-Albaner-Connection, die durchaus Potential hätte, hinter das immer wiederkehrende Thema des besoffenen Antihelden zurück.

Wie die gesamte Geschichte ist auch die Idee des Antihelden im Ansatz gut, allerdings findet keine Entwicklung statt und die Gegensätze des intelligenten aber abgestumpften Polizisten werden nur angekratzt.

Eine Geschichte mit Potential. Dass sich leider nicht entfaltet.

Weißbier im Blut: Ein Kriminalroman aus dem bayerischen Unterholz von Jörg Graser

Buch auf der Verlagsseite: Langen Müller

Verlag: LangenMüller; Auflage: 1. Aufl. (21. Juni 2012)
ISBN-10: 3784433014
ISBN-13: 978-3784433011
Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 2,4 cm
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten