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Liedermaching: Die Ballade des Herrn von Ribbeck

Da ich am Donnerstag zuhause bleiben musste hab ich endlich mal wieder ein Lied online gestellt.

Eigentlich hatte ich nur versucht, mein Equipment unter WIndows 7 zum Laufen zu bringen. Deshalb einfach mal ziemlich pur: nur Gitarre und Gesang.
Als Text hab ich das Gedicht des “Herrn von Ribbeck auf Ribbeck” von Theodor Fontane genommen.
Ich finde es eigentlich schade, dass uns diese Highlights Deutscher Dichtkunst in der Schule so vermießt wurden.

Hier als “Die Ballade des Herrn von Ribbeck” à la Liedermacher auf MyOwnMusic.de.

Gedicht: Theodor Storm

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
Und Dämmerung bricht herein;
Über die feuchten Watten
Spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
Neben dem Wasser her;
Wie träume liegen die Inseln
Im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
Geheimnisvollen Ton,
Einsames Vogelrufen –
So war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
Und schweigt dann der Wind;
Vernehmlich werden die Stimmen,
Die über der Tiefe sind.

Theodor Storm

Und noch das Zitat zur Nacht.

“Ein Leben ohne Freude ist wie eine Reise ohne Gasthaus” – Demokrit


Liedermaching: neue Texte

Ich bin gerade am schreiben. Die Audiotapes sind noch nicht fertig aber hier schon mal die Texte:

Bruno der Bär

1.
Bruno der Bär, der steht heut rum.
Allein und einsam in nem Museum.
Seine Seele die steht traurig daneben und sehnt sich nach nem Bärenleben.
Bruno denkt mit Schmerz daran,
wie er voll leben übers Feld gerannt.
Wie er geschmaust hat und geschwelgt
Bevor man hat ihn dann gestellt.

Refrain:
Bruno der Bär, der lebt heut nicht mehr
Man hat ihn einfach abgeknallt
Er unterlag der großen Staatsgewalt.
Bruno der Bär, hats selbst im Tod noch schwer.
Man zankte sich um seinen Pelz,
doch heut da wird er ausgestellt

2.
Bruno betrachtet stumm sein Pelz
Wie man ihn hat ausgestellt
Als ob er wär ein böser Killer
Und tötet sinnlos Imkerkinder
Doch so hat man ihn dargestellt
Problembär! Schadbär! Ihn geschellt
Man hat getrachtet ihn zu erlegen
Eigentlich wollt Bruno doch nur Leben

Refrain

3.
Bruno dreht sich traurig um
Sein Geist verlässt das triste Museum
Seine Seele strebt dem Himmel entgegen
Seine Tränen falln als salz’ger Regen
Er wollte doch nur glücklich sein
Wollt sich an seiner Freiheit freun
Wollt führen eines Bärenleben
Versteht nicht, dass er dafür musst sterben

Refrain:
Bruno du Bär, wir vermissen dich schon sehr.
Für uns warst du ein großer Held
Der erste Bär in unsrer Welt
Bruno du Bär. Ich hoff, von dior gibt’s noch mehr.
Die kehren zurück in ihr heimatland
Und werden dort auch anerkannt.

Text copyright by Simon Kahnert, 2008

Schädelmädel

1.
Sie steht da, mit’m Lächeln im Gesicht
Wer sie das erste Mal sieht, der glaubt es nicht.
Das sie so ein, ein fröhliches Madel is.
A Fehler wer vom Äuss’ren aufs innere schließt
Schneeweiße haut und rabenschwarze Augen
Die Kleider wiad Nacht, man kannts kaum glauben.
Und als besondres, besondres Accessoir:
Totenschädel überall, ja das ist klar!

Weil sie iss a:

Refrain:
Schädelmädel. Sie trägt am liebsten schwarz
Schädelmädel. An Totenschädel zum Spaß
Schädelmädel. Bizarr und doch extravagant
Schädelmädel. Ja so ist sie bekannt

2.
Trotz Sonnenschein hat sie an schwarzen Dress
Und schaut man genauer hin, dann sieht man es.
Das kleine Motiv, das sie am liebsten hat.
Dem Schnitter sein Antlitz, wie er es bei der Arbeit trägt.
Überall, kann man es sehen
Am Schuh, am Kleid, am Gurt, trägt sie es als Emblem.
Überall hats den weißen Schädel dran
Wo’s geht und steht kann man ihn sehn, den schwarzenMann

Denn sie iss a:

Refrain

3.
Geht man abends in ihr Zimmer rein
Betritt man ein zwielicht Reich aus Kerzenschein
Doch glaub jetzt nicht, dass sie melancholisch ist
Der Hein der hat ja a, immer a grinsend Gefriss.

Ja sie iss a:

Refrain

Text copyright by Simon Kahnert, 2008