• Literarisches

    Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst

    Nebel   Seltsam im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum kennt den andern, Jeder ist allein.   Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war, Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar.   Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das unentrinnbar und leise Von allen ihn trennt.   Seltsam im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein.   Hermann Hesse, Eine Fußreise im Herbst Mit Blogsy veröffentlicht

  • Literarisches

    Gedicht: Selbst

    Will nicht dort sein Will nicht hier sein Will einfach nur ich-selbst sein Bin nicht Schatten Bin nicht Licht Bin das woran sich alles bricht Breche ich es Bricht’s in mir Tief drin ist nur das wunde Tier Das Tier im Versteck Das Tier auf der Flucht Das Tier welches nicht weiß was es sucht Will nicht hier sein Will nicht dort sein Will einfach nur ich selbst sein

  • Literarisches

    Gedicht: Schwert

    Schwert von Simon Kahnert Ein Schwert Matter Stahl Rostige Schlieren wie Pockennarben Licht spiegelt Verzerrtes Leuchten Wie von Scherben gebrochenes Licht Harte Schneide Weicher Kern Ehemals glänzend und strahlend Tödlicher Biss Verlorene Glut Jahre tiefer klaffender Wunden Ein Schlag Tiefe Scharte Wie von Zähnen zerrissener Rand Schwacher Griff Viele Schlachten Wie oft kann es noch widerstehen