Siebenschön – Kahnert im TV

Im Juni diesen Jahres hatte ich mich mal daran versucht, als Komparse in einem Film mitzuwirken.

Auf der Ronneburg wurde für das Märchen “Siebenschön” gedreht. Ich durfte in drei Rollen schlüpfen. Ein anstrengender Tag und etwas, dass ich nicht wiederholen muss.

Das Ergebnis könnt ihr euch am ersten Weihnachtsfeiertag auf DasErste ansehen.

Ihr entdeckt mich im Hintergrund als betrunkenen Kartenspieler, als Äpfel kaufenden Bauern und als Bauer, der vor dem König den Bückling macht.

Viel Spaß beim Suchen.

Siebenschön auf Das Erste am 25.12.14 um 14.15 Uhr

Internetseite zu Siebenschön

Tagebuch eines Schreiberlings – Kill your darlings!

Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen. – Albert Einstein

Dieses Zitat beinhaltet eine große Wahrheit. Der Text ist fertig. Mühevolle Arbeit liegt vollbracht vor einem. Monate des Schreibens, des Verzichts und des Kampfes um jedes Wort. Doch das ist erst der Anfang.

Das Überarbeiten des Textes ist grausam. Es gilt Lücken zu finden, unlogische Stellen im Text, die nicht zur Story passen und Dinge, die die Story zwar schön klingen lassen, aber sie nicht weiterbringen.

Dies sind oft wundervoll ausformulierte Textstellen. Tolle, kreative Ideen, die man unbedingt in dem Text haben muss. Die Darlings des Autors.

Doch beim zweiten Lesen passen sie nicht mehr. Führen zu nichts oder stören gar den Plot.

So war es bei Kammer. Ich hatte eine Tolle Szene im Kopf. Habe sie ausführlich beschrieben, hervorragende witzige Dialoge entwickelt, eine schaurig schönes Umfeld erzeugt.

Doch die Story hat sich anders entwickelt und so habe ich 20! Seiten gestrichen und neu geschrieben. Das tut weh und lässt einen verzweifeln.

Gut, der Text ist in den Ideensafe gewandert aber dennoch.

Wenn dann der Text mehrfach bearbeitet wurde, sitzt man davor und sagt, das ist es. Tschaka!

Doch dann kommen die gemeinen Testleser. Bevor jetzt jemand sich auf den Schlipps getreten fühlt. TestleserInnen sind wichtig und das entscheidenden ist: Sie müssen ehrlich sein. Kein “Du bist mein Freund, das passt schon so!” Harte ungeschminkte Kritik! Das ist es, was ein Autor von ihnen braucht. Denn die größte Möglichkeit zu scheitern kommt noch: Das Lektorat!

Lektorinnen und Lektoren sind unbarmherzig. Und das müssen sie sein. Der Text muss zum Verlag passen, zur Lesergruppe.

Und hier wird knallhart gestrichen und geändert. So kann aus einer Kurzgeschichte mit 70.000 Zeichen eine werden, die auf 40.000 zusammengestrichen wurde. Es wird verdichtet was das Zeug hält. Doch genau das erzeugt Spannung. Bringt den Leser dazu, sie weg zulegen und zu sagen: Mehr davon!

 

Kahnert liest….. “Der Roman”

“Der Roman – Planen -Schreiben -Veröffentlichen”

Autor: Arwed Vogel

Informationen zum Buch: “Allitera Verlag

Schreibratgeber gibt es ja wie Sand am Meer, meint man. Aus meiner Sicht hebt sich der Vorliegende von Arwed Vogel aber von einigen deutlich ab.

Vogel bietet eine sehr realistische Sicht auf die Arbeit eines Schriftstellers. Keine Verklärung in dem Sinne wie: “Heute kann jeder ein Buch schreiben und wird damit reich.” Er beschreibt, dass Schreiben zum einen ein kreativer Prozess und zum anderen harte Arbeit ist.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert.

Im Ersten setzt sich der Autor mit dem Schreiben an sich auseinander. Aus seiner eigenen Erfahrung mit seinem Roman “Die Haut der Steine” setzt er sich mit dem Thema des “Warums” auseinander. Gerade für Neulinge oder “Hobbyisten” ist dieser Teil sehr motivierend. Nicht das Verlegt-Werden oder Geldverdienen soll die Motivation sein, sondern der eigene Wunsch, eine Geschichte zu erzählen und sich mit Sprache auseinander zu setzen.
Er geht kritisch mit Regeln und Methoden zum Schreiben um, die die meisten Ratgeber postulieren und hilft dem Leser, sich mit seiner Welt und dem eigenen Ich zu beschäftigen. Aus Vogels Sicht wirkt sich dieses stark auf den geschrieben Roman aus.

Im zweiten Teil geht es um das Handwerk des Schreibens. Mit zahlreichen Beispielen aus seinem Schaffen oder Erfahrungen anderer Autoren schildert Vogel, den Weg zum Manuskript. Wer an einem seiner Workshops teilgenommen hat, wird hier zahlreiche Techniken finden, die er dort anschaulich vermittelt. Er unter anderem auf die Themen Figurenentwicklung und Dramaturgie ein. Mich persönlich hat Vogels These der “Kerngeschichte” besonders inspiriert. So fände sich in allem Geschrieben stets die Geschichte des eigenen Lebens wieder und nur dann wird ein Schriftsteller authentisch.

Teil 3 schließt das Buch mit einer Betrachtung  der Arbeitswelt eines Schriftstellers ab. Ich finde besonders das Kapitel über das Zeitmanagement bietet Schreibern, die sich jede Minute ihres “Restlebens” abknapsen müssen, Anregungen, wie es zu schaffen sit, einen Roman zu Ende zu bringen. Während andere Schreibratgeber das Thema Publishing intensiv “ausschlachten” gibt Vogel nur knappe aber sinnvolle Tipps, sich dem Thema zu nähern. Dies basiert auf dem Gesamtkonzept des Buches, dass es um das Schreiben als Prozess geht und nicht um das Ziel ein Buch zu verkaufen.

Zusammenfassend kann ich sagen, Arwed Vogel ist ein interessantes Buch gelungen, das ich nicht zu den klassischen “Ratgebern” zählen möchte. Es bietet Anregungen, über sein eigenes Schaffen nachzudenken und einige Tipps von ihm umzusetzen. Seine Vorschläge, wie man seine Zeit einteilen kann und welche Techniken man anwendet, helfen Schreiberlingen dabei, die eigene Arbeit zu reflektieren und weiter zu bringen.

Ich persönlich konnte Vogels Ansatz zum Schreiben schon erfolgreich anwenden und schreibe, seit ich “Der Roman” las, durchaus bewusster und mit weniger Stress, da es mir den Druck genommen hat. Es hat mir gezeigt, dass auch andere Autoren oft mit den Unwägbarkeiten des “normalen Lebens” dem der Beruf Schreiben hadern.

Bevor man also viel Geld für Bücher ausgibt, die einem ein schnelles Ergebnis und viel Geld mit dem Schreiben eines Romans versprechen, sollte man sich dieses Buch besorgen und bewusst lesen.

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Arwed Vogel: Der Roman

Buch auf der Verlagsseite: Allitera Verlag

Verlag: Allitera; Auflage: 1.
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869066776
ISBN-13: 978-3869066776
Paberback: 176 Seiten