Kahnert liest… Weißbier im Blut

Bisher waren ja meine Rezensionen in der Regel sehr positiv, doch zu diesem Buch fällt mir das schwer. Ich hab es geliehen bekommen, so dass de finanzielle Schade gering ist.

Fasst man das Buch in einem Satz zusammen, so fällt einem nur ein:

Niederbayerische Polizisten sind bierseelige Deppen.

Die Heimatkrimiwelle bringt wirklich gute Literatur hervor. Doch dieses Buch ist eher das Noargerl dieser Welle, der abgestandene Rest. Der Hauptcharakter ist ein schwerer Alkoholiker, dessen Alkoholkonsum in jeder dritten Szene des Plots aufgelistet wird. Die Nebencharaktere werden als neidige, unorganisierte Beamte dargestellt und die Psychologin ist selber ein psychologisches Wrack. Das Klischee der Bayern als primär im Wirtshaus beheimatet wird voll ausgeschöpft.

Die Grundidee der Geschichte, eine Leiche wird gefunden, die Tatwaffe ein Mähdrescher lässt auf einiges hoffen, doch leider wartet man vergebens darauf, dass Spannung entsteht. Stattdessen treten die möglichen Verdächtigen, weite Todesfälle sowie die Tschechen-Russen-Albaner-Connection, die durchaus Potential hätte, hinter das immer wiederkehrende Thema des besoffenen Antihelden zurück.

Wie die gesamte Geschichte ist auch die Idee des Antihelden im Ansatz gut, allerdings findet keine Entwicklung statt und die Gegensätze des intelligenten aber abgestumpften Polizisten werden nur angekratzt.

Eine Geschichte mit Potential. Dass sich leider nicht entfaltet.

Weißbier im Blut: Ein Kriminalroman aus dem bayerischen Unterholz von Jörg Graser

Buch auf der Verlagsseite: Langen Müller

Verlag: LangenMüller; Auflage: 1. Aufl. (21. Juni 2012)
ISBN-10: 3784433014
ISBN-13: 978-3784433011
Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,4 x 2,4 cm
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten

 

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